"Ein Pfarrer geht, aber der Freund bleibt"

Ingolf Stromberger als Gemeindepfarrer verabschiedet

„Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt!“ – lautete eine Erkenntnis aus dem Predigttext des Verabschiedungsgottesdienstes in der bis auf den letzten Platz besetzten Großeicholzheimer Laurentiuskirche, die dem scheidenden Gemeindepfarrer Ingolf Stromberger sehr deutlich zeigte, dass ihm und seiner Familie nicht nur von der gesamten Kirchengemeinde Großeicholzheim-Rittersbach, sondern von allen Weggefährten der letzten 15 Jahre größte Wertschätzung und Liebe entgegengebracht wird.

„Ein Pfarrer geht, aber der Freund bleibt“, brachte es Kirchendiener Eckhard Grözinger auf den Punkt. Man ist traurig, ihn als Gemeindepfarrer zu verlieren, aber froh, ihn in der Gemeinde zu behalten und stolz, dass er zum Dekan gewählt wurde. So betonte auch Ingolf Stromberger bereits während der Predigt: „Nun beginnt etwas Neues für mich und meine Familie und für die Gemeinde – und das ist gut, denn wir sind immer unterwegs in verschiedenen Lebensphasen, und immer in der Liebe Gottes. Und in der Liebe ist keine Furcht!“ Auch das hat Ingolf Stromberger seiner Gemeinde vorgelebt und damit viele Schätze gefunden, die – jeder nach seinen Fähigkeiten – diese Gemeinschaft bereichert haben. Und genau so dankten sie ihm auch. Der Singkreis unter Leitung von Klaus Bayer, Ehefrau Nadine Stromberger und Organist Wolf-Peter Langisch bereicherten den Gottesdienst, indem sie alle musikalischen Register zogen, Dekan Folkhard Krall segnete Ingolf Stromberger und seinen Ältestenrat und betonte: „Wir nehmen uns Zeit, zu staunen, im Glauben zu feiern und danke zu sagen für seinen Dienst, seine Treue und Liebe, die er auch im eigenen Leben bezeugt hat den Menschen, die sich ihm anvertraut haben. Als Pfarrer, Religionslehrer, in der Notfallseelsorge und in vielen Ämtern im Kirchenbezirk, aber auch als Trainer im Fußball. Und dann überreichten die Kleinsten zusammen mit Michaela Ott vom Kindergottesdienst schon sehr professionell einen Apfelbaum an ihren Ingolf. Und trotz der Abschiedsstimmung gelang es allen Mitwirkenden, einen Gottesdienst voll Optimismus zu gestalten, und diese Stimmung nahmen alle auch mit ins benachbarte „Gemeindehaus für Alle“.
In den überwiegend sehr emotionalen Gruß- und Dankesworten von Bürgermeister Thomas Ludwig, Ortvorsteher Reinhold Rapp, Marlies Herold-Schmidt für die kath. Gemeinde und die örtliche Grundschule, Otto Martin als Vorsitzender der Gemeindeversammlung, Ulrike Wenig für den Kirchengemeinderat, Irene Vogt und Tina Bischof als "Fanclub Kirchengemeinde" für den Haupttrainer Ingolf und von Mitarbeiter und Kirchendiener Eckhard Grözinger wurde noch einmal deutlich, wie sehr die ganze Familie Stromberger in der Gemeinde aufgenommen und wertgeschätzt ist. Ingolf Stromberger wurde bezeichnet als Ideengeber, Motivator, Initiator, Trainer, als einer, der immer auf Augenhöhe mit seinem jeweiligen Gegenüber spricht, und ganz oft als Freund. Mit diesen Charakteren und mit Unterstützung von Ehefrau Nadine und den Kindern Jonathan, Felicia und Isabelle kann er auf 15 Jahre überaus segensreiche Tätigkeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Großeicholzheim-Rittersbach zurückblicken. Als Wahl-Großeicholzheimer wird er seine Freundschaften weiter pflegen, aber seinem Nachfolger im Amt des Gemeindepfarrers nicht „dreinreden“ und sich selbst in sein neues Amt als Dekan des Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg, ab 2026 des Großbezirks Odenwald-Tauber stürzen mit der mentalen Unterstützung aller Grußwortredner, die die Zeit mit Ingolf Stromberger noch einmal dankbar stichwortartig Revue passieren ließen. Zum Beispiel an die von ihm initiierten Spendenläufe und seine Symbiose zwischen Kirche und Sport, die sich auch in den sehr erfolgreichen Konfi-Fußballmannschaften und seinem Traineramt beim SV Großeicholzheim zeigte. „Auf diesem und auf anderen Wegen ist es Dir gelungen, die Kirchengemeinde wieder als wichtigen Bestandteil des Dorflebens zu etablieren.“ Dazu gehörte der verstärkte Einsatz digitaler Medien während Corona und Gottesdienste via Instagram, YouTube und Co., der Einsatz beim Projekt „Nahwärmenetz“, die Fusion der beiden evangelischen Kirchengemeinden Großeicholzheim und Rittersbach im Jahre 2013, die Baumpflanzung anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Jahre 2017 sowie diverse Ausstellungen und Konzerte, der Bau des neuen Gemeindehauses in einer Zeit, in der bei den Kirchen gespart und der Immobilienbestand reduziert werden muss. „Es ist dir gelungen, die evangelische Kirchengemeinde wieder fest im dörflichen Leben zu verankern und die Ökumene eine Selbstverständlichkeit werden zu lassen.“ Marlies Herold-Schmidt ergänzte noch ihre Freude über das gelungene „ökumenische Dorfgeläut“, das nicht nur sie mehrmals am Tag mit Begeisterung inne halten lässt und das ebenfalls auf den Ideenreichtum und das gelebte Miteinander von Ingolf Stromberger zurückzuführen sei. „Das Miteinander ist wichtig und wird noch verstärkt werden“, betonte der viel Geehrte mit dankbarem Blick auf seinen großen Schatz überaus engagierter und überwiegend ehrenamtlicher Mitarbeiter sowie die großartige Unterstützung seiner Familie. „Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, das alles zu schaffen“. Er selbst blickte zurück auf 15 reich gefüllte Jahre mit Erlebnissen, Begegnungen sowie spannende und wertvolle Erfahrungen. „Ich habe viele Menschen kennengelernt und wurde in vielen Häusern, in Kindergarten und Schule freundlich empfangen.“ Dankbar sei er auch, dass er und seine Familie ihr soziales Umfeld in Großeicholzheim, das ihnen Heimat geworden ist, nicht verlassen müssen.
Text und Bilder: Liane Merkle